English Intern
  • Nobelpreis Röntgen Ausschnitt
Universitätsarchiv

ERC Synergy Grants

ERC Synergy Grant für effizientere Suche nach neuen Antibiotika 2024

Die Professoren Ivo Boneca, Mark Brönstrup und Christophe Zimmer erhalten einen der renommiertesten europäischen Forschungspreise, einen mit elf Millionen Euro dotierten ERC Synergy Grant.

Wie der ERC am 5. November 2024 bekannt gegeben hat, erhält ein deutsch-französisches Team einen Synergy Grant in Höhe von elf Millionen Euro. Die Gruppe verfolgt einen auf künstlicher Intelligenz basierenden Ansatz, um die systematische Suche nach neuen Antibiotika deutlich effizienter zu machen. Sie besteht aus den Professoren Ivo Boneca, Mark Brönstrup und Christophe Zimmer.

Professor Ivo Boneca leitet die Abteilung für Biologie und Genetik der bakteriellen Zellwand am Institut Pasteur in Paris (CNRS/Inserm). Sein Labor ist führend auf dem Gebiet der mikrobiellen Physiologie, bei der Entwicklung von Antibiotika und der Aufklärung ihrer Wirkungsweise. Sein Team setzt routinemäßig Hochdurchsatz-Bildgebung, hochauflösende Massenspektrometrie und bakterielle Mutanten ein, um neue Angriffsziele für Antibiotika zu identifizieren.

Professor Mark Brönstrup leitet die Abteilung „Chemische Biologie“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. An der Leibniz Universität Hannover hat er eine Professur inne, die zudem mit dem Forschungsbereich „Neue Antibiotika“ am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) assoziiert ist. Seine Gruppe ist führend auf dem Gebiet der Naturstoffchemie und neuartigen Antibiotika. Ihre Expertise liegt auf der Erzeugung und Optimierung von Antibiotika-Leitstrukturen, rationalem Wirkstoffkonjugat-Design, medizinischer Chemie und der bioanalytischen Aufklärung von Wirkmechanismen.

Professor Christophe Zimmer leitet an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg den Lehrstuhl für maschinelle Biophotonik am Rudolf-Virchow-Zentrum. Er ist auch mit dem Institut Pasteur in Paris affiliiert, wo er die Forschungseinheit „Bildgebung und Modellierung“ leitet. Sein Team ist führend bei der Entwicklung fortschrittlicher Mikroskopie- und Bildanalyseverfahren für die Biologie. Es verfügt über langjährige Erfahrung bei der Entwicklung optischer und computergestützter Methoden für die Einzelmolekül-Lokalisierungsmikroskopie (SMLM), Hochdurchsatz-Bildgebung, Einzelmolekül-RNA-FISH und die Anpassung von Methoden des maschinellen Lernens, insbesondere des Deep Learning, für die Beantwortung biologischer Fragestellungen.


ERC Synergy Grant für Immuntherapie bei Lebermetastasen 2023

Ein internationales Team aus der Immunologie erhält eine der am höchsten dotierten Forschungsförderungen der EU: den ERC Synergy Grant. Sein Ziel ist es, neue Möglichkeiten für eine Immuntherapie von Lebermetastasen auszuloten.

Die vier Wissenschaftler:innen forschen in Italien, Frankreich und Deutschland. Sie gelten jeweils als führend in ihrem Gebiet.

Valeria Fumagalli ist Expertin für Leberimmunologie und arbeitet am Krankenhaus San Raffaele in Mailand mit Gewebeproben von Tumorpatienten.

Florent Ginhoux vom Gustave Roussy Cancer Campus in Paris ist Experte für die Biologie von myeloiden Zellen, und wie sie im gesunden und kranken Gewebe funktionieren.

Georg Gasteigers Arbeit konzentriert sich auf Lymphozyten des angeborenen Immunsystems, darunter sogenannte „Natürliche Killer“ oder NK-Zellen und wie sie sich entwickeln und in den verschiedenen Geweben des Körpers funktionieren.

Eric Vivier vom Centre d'Immunologie in Marseille-Luminy hat bereits mehrere Moleküle entwickelt, mit denen diese Zellen für den Kampf gegen Tumorzellen aktiviert werden können – und diese erfolgreich in die klinische Erprobung an Patient:innen gebracht.

Basierend auf diesen Erfahrungen, will das Team neue Ansätze der Immuntherapie entwickeln.

Mehr


Elf Millionen Euro für bessere Bilder von funktionierenden und krankhaft veränderten Nervenzellen 2020

Die Forscher wollen verstehen, wie Schlüsselkomponenten der Synapsen im gesunden und im erkrankten Organismus organisiert sind. Sie möchten standardisierte diagnostische Tests erarbeiten, die sich für Routine-Untersuchungen von Gewebeproben eignen. Und sie möchten ihre hochauflösenden Mikroskopie-Techniken so simpel halten, dass der Einsatz in jedem biomedizinischen Labor möglich ist.

Um einzelne Synapsen-Proteine sichtbar machen zu können, wollen die Wissenschaftler die bisher leistungsfähigsten Mikroskopie-Techniken so verbessern, dass Bilder mit einer Auflösung von ein bis fünf Nanometer möglich werden. Aktuell sind „nur“ 20 bis 30 Nanometer zu schaffen; einzelne Proteine sind drei bis sieben Nanometer groß.

Im Projekt will das Team die Expansionsmikroskopie (ExM) mit der einzelmolekülempfindlichen Super-Resolution-Mikroskopiemethode dSTORM verbinden, um die mikroskopische Auflösung deutlich weiter zu verbessern.

Für ihr Projekt haben die drei Experten Edward Stuart Boyden, Markus Sauer und Silvio Rizzolinun erfolgreich Fördergeld eingeworben: Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) unterstützt ihr Vorhaben „Ultraresolution“ mit einem ERC Synergy Grant in Höhe von elf Millionen Euro. Rund 4,4 Millionen der Fördermittel fließen an die JMU.

Professor Markus Sauer
Der Experte für super-auflösende Mikroskopie forscht und lehrt am Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)

Professoren Silvio Rizzoli
Ein Synapsen-Physiologe vom Institut für Neuro- und Sinnesphysiologie der Universitätsmedizin Göttingen

Edward S. Boyden
Physiker und Biotechnologen vom Massachusetts Institute of Technology (USA)